Ungarisches Krautfleisch

3 Tage hintereinander Weißkraut reicht dann langsam... auch wenn ich es super lecker finde! Aber was soll man machen, wenn es im Supermarkt nur große Krautköpfe gibt, die man nicht mal teilen darf.... 

Nachdem ich am Samstag einen Teil schon zu meinem Weißen Borschtsch verarbeitet hatte, gab es dann gestern ein weiteres Krautgericht und heute dann sozusagen die Reste mit einem kleinen Salat und etwas Brot. Und ich habe immer noch Weißkraut übrig.... mal schauen wie ich das diese Woche noch wegkriege.

Aber zurück zu meinem gestrigen Abendessen. Wie Ihr ja wisst mag ich es ja eher deftig und genau in diese Kategorie würde ich das Ungarische Krautfleisch einordnen. Warum es jetzt die Bezeichnung "ungarisch" im Namen trägt weiß ich nicht genau, wahrscheinlich wegen dem Paprikapulver und der sauren Sahne, denn ohne diese Zutaten braucht man gar nicht erst von ungarischer Küche sprechen. Die saure Sahne verleiht den meisten Gerichten einen leicht säuerlichen Touch, der für die ungarische Küche typisch ist.

Ich will heut aber auch nicht großartig um den heißen Brei herumreden, schließlich ist es Montag und ich bin froh, dass er fast vorbei ist - zumindest der Arbeitsteil :)


Zutaten:

400g Schweinfleisch (ich hab Schweineschnitzel verwendet)
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
600g frisches Weißkraut
1 EL Tomatenmark
200g Saure Sahne
200g Naturjoghurt
100ml Gemüsebrühe
3 TL edelsüßes Paprikapulver
Öl und Salz

Zubereitung:

Zuerst das Schnitzelfleisch in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und klein hacken. Das Kraut ebenfalls in kleine Stücke schneiden.

Nun in einem großen Topf etwas Öl erhitzen und das Schweinfleisch von beiden Seiten anbraten und anschließend herausnehmen. Jetzt die Zwiebeln und den Knoblauch im Bratsud andünsten. Das Paprikapulver darüberstreuen und alles gut verrühren (aufpassen das die Hitze nicht zu groß ist, da das Paprikapulver sonst bitter schmeckt!) 

Fleisch und Kraut unterheben und kurz mitdünsten lassen. Salz dazugeben und dann alles mit der Gemüsebrühe ablöschen. Im zugedeckten Topf ca. 25 Minuten garen lassen. Ab und zu umrühren.

In der Zwischenzeit die Saure Sahne, den Joghurt und das Tomatenmark in einer extra Schüssel gut verrühren.

Wenn das Kraut weich ist, die Sahne-Joghurtmasse in den Topf geben, gut verrühren und noch ca. 5 Minuten köcheln lassen.

Dazu gab es bei mir einen Kartoffel-Petersilienstampf.

Originalrezept bei GUSTO zu finden, von mir wie immer leicht abgewandelt


Fazit:

Das Krautfleisch ist super einfach und schnell in der Zubereitung. Geschmacklich finde ich es perfekt und es ist wieder mal so ein Gericht, wo man nicht mehr zum Essen aufhören kann :-)


Paules Schoko-Cola-Kuchen - Gâteau fondant Cho-Cola

Als ich gestern so meinen aktuellen Blogroll durchstöberte, blieb ich mal wieder bei paules ki(t)chen hängen. Der Grund dafür war ein göttlicher Schokoladenkuchen, der mich sozusagen schon durch den Monitor ansprach: "Back mich! Iss mich!"
Allein schon dieses wundervolle saftige, schlonzige Konsistenz ließ mir das Wasser im Mund zusammenlaufen!

Ich zögerte etwas..... weil ich ja nicht unbedingt so eine Meisterbäckerin bin und wahrscheinlich auch nicht alle Zutaten für dieses göttliche Teil im Hause hatte. Und dann noch so eine Glasur drüber? Hab ich ja noch nie gemacht!! Aber ich kam einfach nicht zur Ruhe! Also durchforstete ich meine Küchenschränke - und siehe da, ich hatte eigentlich alle Sachen die man braucht da - sogar Weinsteinbackpulver! *lach*
Und ich hatte dieses Mal sogar das richtige Mehl im Haus, doch dazu später mehr.

Dann braucht man ja noch Cola für diesen Kuchen..... bei mir zuhause gibt es eigentlich nur Cola, wenn sich irgendwelche Gäste ankündigen, oder ich einfach mal Lust darauf habe (und das passiert eher selten...) Als ich am Freitag meinen kleinen Wochenendeinkauf erledigte, war es mal wieder so weit und 2 Flaschen Cola wanderten in meinen Korb. Zuhause angekommen.... mann bin ich blöd!! Anstatt normale Cola zu kaufen, hatte ich jetzt Cherry-Cola *würg* - Na klasse! Aber für den Kuchen kam mir das natürlich gerade recht :) - den Rest muss ich dann wohl irgendwie in mich hineinschütten *lach*

Sieht er nicht göttlich aus?


Zutaten:

200g Butter
200ml Cherry-Cola
175ml Milch
50ml Sahne
220g Weizenmehl Typ 550
3 TL Weinsteinbackpulver
1/4 TL Natron
50g Kakaopulver
1 Prise Salz
1/2 geriebene Tonkabohne
240g brauner Rohrzucker
2 Eier

Für die Glasur:

140g dunkle Schokolade plus einen TL Nougatmasse, da ich nicht genug Schokolade im Haus hatte *g*
70ml Milch
70ml Sahne
2-3 Tonkabohnen
1EL Agavensirup
1 EL Butter
getrocknete Malvenblüten zum Dekorieren

Zubereitung:

Zuerst wird die Butter mit der Cola in einem Topf bei niedriger Wärme geschmolzen. Gut verrühren und ein wenig abkühlen lassen, dann die Milch und Sahne unterrühren und beiseite stellen.

Mehl, Backpulver, Natron, Kakao, Salz, Zucker und die geriebene Tonkabohne in eine Schüssel geben und gut vermengen. Die 2 Eier in die Mitte geben und etwas verrühren. Nun die Cola-Butter-Mischung nach und nach dazugießen und von der Mitte nach außen hin langsam zu einer homogenen Masse verrühren.

Ich habe zum Backen eine normale Standard-Tarte-Form (26cm)  verwendet, diese mit Butter auspinseln, den Teig hineingeben und im vorgeheiztem Backofen bei 180°C Ober-/Unterhitze ca. 45 Minuten lang backen. Am Ende Stäbchenprobe durchführen.

Den Kuchen ca. 15 Minuten in der Backform ruhen lassen und dann komplett auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

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Nun die Schokolade im Zerkleinerer fein hacken und in eine Schüssel geben. Die Nougatmasse ebenfalls in kleinen Flöckchen dazugeben.

Die Milch und Sahne für die Glasur zusammen mit den ganzen Tonkabohnen aufkochen lassen und dann über die Schokolade gießen. (Tonkabohnen vorher herausfischen, oder alles durch ein Sieb geben). Nach einer Minute mit einem Holzlöffel alles langsam vermengen und sobald die Schokolade komplett geschmolzen ist, den Sirup und die Butter dazugeben. Den Kuchen damit überziehen und abkühlen lassen. Wer mag kann nun noch getrocknete Blüten, oder gehackte Kakaobohnen darüberstreuen.

Rezept leicht abgewandelt von paules ki(t)chen - Original: Le Pétrin


Fazit:

Kann man nicht beschreiben, muss man unbedingt ausprobieren!! Einer der besten Kuchen, die ich in letzter Zeit gegessen habe! Danke Paule!

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Ich hatte oben ja kurz erwähnt, dass ich dieses Mal sogar das richtige Mehl im Hause hatte... normalerweise gibt's bei mir nur das normale günstige Haushaltsmehl, aber als ich letztens zum ersten Mal Brot gebacken habe, wurde mir bewusst, dass das wohl nicht ausreicht. Viele meiner Kolleginnen kaufen ihr Mehl immer in den örtlichen Mühlen, aber hier kannte ich keine. Bis jetzt! Denn bei meinem Freitagseinkauf stand ich plötzlich vor einem kleinen Standl der Scheller Mühle aus Pfaffenhofen. Dort wurden die Mehlzauber-Produkte vorgestellt. Die Produkte der Mühle sind in normaler und in Bio-Qualität zu bekommen.  Nach einem kurzen informativen Gespräch mit der netten Dame, nahm ich natürlich auch gleich 2 verschiedene Mehlsorten mit nach Hause. Sehr schön zu wissen, dass ich hier in der Nähe jetzt auch tolles Mehl bekommen kann. :)

Fotoquelle: www.Mehlzauber.de

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Und da dieser göttliche Kuchen einfach weiterverbreitet werden muss, ist dies mein Beitrag zur Initiative Sontagsüß. Die Beiträge in dieser Woche werden von mat & mi gesammelt und anschließend bei pinterest präsentiert.


Cookbook of Colors - Weißer Borschtsch

Der Uwe von HighFoodality hat vor kurzem ein wahnsinnig tolles Blog-Event ins Leben gerufen.


Bei diesem Event wird uns jeden Monat eine Farbe vorgegeben, nach der wir dann kochen, backen und mixen dürfen. Pro Monat werden unter allen Teilnehmern die 3 besten Rezepte ausgewählt und wandern dann am Ende des Jahres in das gleichnamige Kochbuch zum Event. Eine wirklich grandiose Idee!

Im Januar dreht sich alles um die Farbe Weiß - passt ja auch irgendwie zum Winter. Ich habe lange überlegt und nach Rezepten gesucht, die überwiegend aus weißen Zutaten bestehen - das ist gar nicht so einfach. Durch Zufall bin ich dann auf ein Rezept gestoßen, welches ich sofort nachkochen wollte. 

Weißer Borschtsch


Zutaten:

250g Weißkraut
1 Zwiebel
1 große Kartoffel
1 EL Butter
500ml Milch
200ml Rinderbrühe
1 Lorbeerblatt
100ml Weißwein
Salz

1 Scheibe Brot
1 Stück Bauernwurst
etwas Butter

Zubereitung:

Zuerst wird das Weißkraut in kleine Stücke geschnitten. Zwiebel schälen und klein würfeln. Die Kartoffel schälen und mit einer Küchenreibe grob raspeln.

Nun wird die Butter in einem großen Topf geschmolzen und die Zwiebel wird darin angeschwitzt. (Aufpassen, dass diese keine Farbe annimmt.) Jetzt das Weißkraut und die geraspelte Kartoffel dazugeben, gut verrühren und kurz mitgaren lassen.

Mit Milch und Rinderbrühe ablöschen, das Lorbeerblatt dazugeben und alles zugedeckt ca. 20 Minuten köcheln lassen. Jetzt den Weißwein dazugießen und noch ein paar Minuten köcheln lassen. Mit Salz abschmecken.

Während unser Eintopf vor sich hinköchelt, die Brotscheibe entrinden und in kleine Würfelchen schneiden. Die Bauernwurst ebenfalls in kleine Stücke schneiden. Butter in einer kleinen Pfanne schmelzen und die Würfelchen darin knusprig anrösten.

Die Suppe in tiefen Tellern anrösten und die Brot-Wurst-Würfelchen als Topping darübergeben.


Zusatz:

Im Originalrezept, welches man bei GUSTO finden kann, wird noch ein TL Kümmel in den Eintopf gegeben. Da ich aber keinen Kümmel im Hause habe (auch keinen gemahlenen) habe ich ihn weggelassen.

Fazit: 

Ich finde diese weiße Alternative zum klassischen roten Borschtsch viel besser, aber das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich keine Rote Beete mag ;-) Dieser Eintopf ist wirklich total lecker, schnell gemacht und sehr zu empfehlen!

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Im Januar war Uwe ja noch relativ gnädig mit uns *g* - denn im Februar müssen wir schon etwas kreativer werden, denn dann wartet auf uns die Farbe HELLBLAU! Ich bin schon sehr gespannt was sich meine Bloggerkollegen so einfallen lassen! Danke an Uwe für dieses geile Event!


HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

Ditschen macht glücklich!

Heike ruft dieses Mal beim monatlichen Kochtopf-Event zum Tunken auf! Und sie wünscht sich von uns Gerichte, die man tunken, ditschen, stippen oder dippen kann. Komisch ... so alt ist doch unsere Heike noch gar nicht, dass sie auf einmal so zahnlose Rezepte braucht *grins* ;-) - naja aber man kann ja schon mal Rezepte für die schlimmeren Zeiten sammeln, um dann gut vorbereitet zu sein.

Hmm... mal überlegen. Es sollte ja auch was alltagstaugliches sein, was da zum ditschen auf den Tisch kommt. Klar gibts bei mir auch ab und zu mal nen Dip, aber das würde ich dann nicht unbedingt als Hauptmahlzeit bezeichnen. Doch dann fiel mir ein vogtländisches Rezept ein, welches den wundervollen Namen Buttermillichditsch trägt. Hierbei handelt es sich sozusagen um eine Alternative zu Kartoffeln mit Quark. Das Ganze ist etwas flüssiger und wird halt mit Buttermilch gemacht.

Die genaue Herkunft dieses Rezeptes ist mir leider nicht geläufig, aber es stammt wohl aus der Arme-Leute-Küche. Meine Mama hat mir noch erzählt, dass in die Buttermilch noch ausgelassener Speck mit eingerührt wird, aber da ich gerade keinen im Haus hatte, habe ich ihn weggelassen :-) - weiterhin wird beim Original ganz viel frischer Schnittlauch verwendet, aber auch hier kann man etwas variieren.

Jedenfalls ist das so ein richtiges Matsch- und Ditschgericht, am besten man zerquetscht die Kartoffeln noch schön mit der Gabel und lässt es sich dann schmecken. Genau wie bei Kartoffeln mit Quark, könnt ich mich da gleich in den Teller mit reinlegen :-) - für mich gehört dieses Essen eindeutig in die Kategorie Soulfood!


An Zutaten benötigt man eigentlich nur gute Buttermilch, frische Kräuter (Basilikum, Schnittlauch, Bärlauch, Petersilie usw.), Salz und Pfeffer. Bei Bedarf kann auch noch eine klein geschnittenen Zwiebel dazugegeben werden.

Dazu gibt's ganze Erdäppel (Pellkartoffeln) 


Ich bin schon sehr gespannt, was die anderen Teilnehmer alles so ditschen :-)

Danke für dieses außergewöhnliche Event Heike!

Blog-Event LXXIV - Tunken (Einsendeschluss 15. Februar 2012)

Ungarische Kakaoschnecken - Kakaós csigák

Na toll! Jetzt ist der Winter in Unterschleißheim auch angekommen. Die ganze Nacht hat es durchgeschneit und nun liegt er da der weiße Mist! Ok, heute ist mir das ja Wurscht, da ich nicht mit dem Auto raus muss, aber wenn das Zeugs am Montag ned weg ist, krieg ich beim Autofahren wieder die Krise. Ich mag meinen kleinen Smart ja eigentlich total, aber bei Schnee und Glätte ist ein kleines Auto mit Heckantrieb einfach total bescheuert! 

Um meine Laune heute etwas aufzuheitern, musste etwas Süßes her! Meine Wahl fiel auf fluffige Kakaoschnecken, so wie wir sie in Budapest immer vernaschen. Diese leckeren Hefeteilchen (Kakaós csigák) gibt es in Ungarn sozusagen überall und ich find sie total lecker! Also machte ich mich auf die Suche nach einem  landestypischen Rezept und wurde auch relativ schnell fündig. Anikó von Paprika meets Kardamon hatte vor einiger Zeit ein ungarisches Rezept übersetzt und die Kakaoschnecken wanderten von da ab durch unzählige Blogs.

Die Schnecken sind relativ einfach zuzubereiten und man braucht auch keine Angst vorm Hefeteig haben. Seitdem ich vor kurzem zum ersten Mal Brot gebacken habe, macht mir das auch gar nix mehr aus :-) man muss sich nur trauen, dann klappt das schon.


Zutaten & Zubereitung:

500g Mehl
50g weiche Butter
1 Päckchen Trockenhefe
300ml Milch
1 Eigelb
4 TL Zucker
1 Prise Salz

Alle Zutaten mit den Händen (man kann natürlich auch Knethaken oder eine Maschine nehmen) zu einem elastischen Teig verkneten und zu einer Kugel formen. Den zugedeckten Teig an einem warmen Ort so lange gehen lassen, bis er die doppelte Größe hat. Hat bei mir ca. 1,45 Stunden gedauert.

Nach dem Gehen wird der Teig nochmals gut durchgeknetet und rechteckig ausgerollt.

ca. 8 TL Puderzucker
ca. 4 TL Kakaopulver

vermischen und auf dem ausgerollten Teig verteilen.

Nun den Teig von der langen Seite aufrollen und in dicke Scheiben schneiden (etwa 3cm). Diese Scheiben werden in eine große Auflaufform, welche mit Backpapier ausgelegt wird, eng aneinander hineingelegt.

Im vorgeheiztem Backofen (180°C) ca. 15 Minuten backen lassen und dann herausnehmen.

150ml Milch
50g Butter

Die Milch über die Schnecken gießen und Butterflöckchen darüberverteilen und nochmals 15 Minuten im Ofen fertigbacken.

Auskühlen lassen und am besten mit einer heißen Schokolade vernaschen!


Fazit:

Die Kakaoschnecken sind total fluffig und schmecken auch superlecker. Beim nächsten Mal würde ich jedoch etwas mehr Zucker verwenden, da mir die Teilchen etwas zu unsüß waren ;-) Aber auf alle Fälle ein Rezept das ich weiterempfehlen kann!

Wer ist eigentlich dieser Jamie?

Heute kann ich gleich 2 Kreuze in meinem Kalender machen! Zum einen gab es meinen ersten Hackbraten und zum anderen, habe ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Rezept von Jamie Oliver nachgekocht. Und das will was heißen, denn eigentlich mag ich diesen Typen überhaupt nicht. Warum? Keine Ahnung, seine Art und das ganze Tamtam ist mir total unsympathisch! Das geht mir übrigens bei Tim Mälzer und Nelson Müller genauso. Man muss ja auch ned alle Köche mögen *g*

Vor einiger Zeit gab es bei Facebook eine Umfrage - wieviele Jamie Kochbücher man besitzt... Wahnsinn!  - wieviele Leute doch diesem britischen Milchbubi verfallen sind..... Ich war wohl einige der Wenigen, die kein einziges Kochbuch von ihm hat *lach* 

Doch dann kam vor einiger Zeit in Deutschland eine neue Kochzeitschrift auf den Markt: Das Jamiemagazin - Mehr Leben in der Küche und da ich an keiner neuen Kochzeitschrift vorbeigehen kann, wurde auch diese gekauft. Und ich finde das Magazin ehrlich gesagt gar nicht so schlecht, viele Rezepte, nettes Layout, in jeder Ausgabe eine neue kulinarische Reise an einen anderen Ort usw. - aber ich mag Jamie trotzdem nicht! :-)

In der aktuellen Ausgabe wird der weltbeste Hackbraten von Jamie präsentiert und man wird ihn lieben steht darin geschrieben.... mal schaun!

Ich hatte zwar nicht alle Zutaten im Hause, aber diese aber ich einfach ersetzt, oder komplett weggelassen, das macht Jamie ja schließlich auch immer so... Hat man das nicht -> nimm einfach das! 


Nachfolgend die Zutatenliste im Original, meine Abänderungen gibt's wie immer in Klammern dahinter. :-)

Für den Hackbraten:

1 feingehackte Zwiebel (2 Stück)
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 TL gemahlener Koriander
(Hier habe ich 2 TL vom Herbaria Tajine Marrakesch genommen)
30g Semmelbrösel
2 TL getrockneter Oregano (Bio-Bergoregano direkt vom Strauß - TOP)
2 TL Dijonsenf (2 TL Columella I)
500g Rinderhackfleisch
1 Ei
1 TL Rosmarinnadeln
12 Scheiben Frühstücks-Bacon (bei mir nur 4)
1 Zitrone (hab ich weggelassen)

Für die Tomatensauce:
(was eher ein Tomaten-Kichererbsengemüse ist)

1 Zwiebel
2 in Scheiben geschnittene Knoblauchzehen
1/2 - 1 in Ringe geschnittene Chilischote (hab ich weggelassen)
1 TL geräuchertes Paprikapulver
2 EL Worcestersauce (gibts in meiner Küche ned...)
1 Dose Kichererbsen
2 Dosen gehackte Tomaten (4 große frische gewürfelte Tomaten)
2 EL Balsamessig (hier gabs nen großen Schuss Vierräuberbalsamessig vom Doktorenhof)
(ich habe noch eine halbe Stange Lauch dazugegeben, die musste auch noch weg..)

Zubereitung:

Zwiebeln für den Hackbraten klein würfeln und in Olivenöl goldgelb andünsten. Dazu kommen Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und Koriander. Nach ca. 7 Minuten das Ganze beiseite stellen und abkühlen lassen.

Das Hackfleisch in eine Schüssel geben und Semmelbrösel, Ei, Senf, Oregano und die Zwiebelmischung dazugeben. Alles gut verkneten und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Fleischmasse zu einem kleinen Laib formen und in eine mit Öl ausgepinselte Form setzen. Den Braten zusätzlich noch etwas mit Olivenöl bepinseln.

Im vorgeheiztem Backofen bei 200°C ca. 30 Minuten garen.

In der Zwischenzeit die Zwiebeln für die Tomatensauce mit Olivenöl andünsten. Salz, Pfeffer, Knoblauch, Chili und Paprikapulver dazugeben und ca. 7 Minuten mitdünsten. Nun die Tomaten, den Rest Lauch und die abgetropften Kichererbsen dazugeben und mit Essig und Worcestersauce ablöschen. Aufkochen lassen und bei geringer Hitze etwa 10 Minuten köcheln lassen. Nochmals mit Salz und Pfeffer ablöschen.

Den Hackbraten aus dem Ofen nehmen und das ausgetretene flüssige Fett in eine kleine Schüssel geben, in welcher die Rosmarinnadeln schon warten. Alles gut vermischen.

Das Tomaten-Kichererbsengemüse um den Hackbraten herum verteilen. Den Bacon auseinanderzupfen und den Braten und das Gemüse damit belegen. Und zum Schluss mit dem Öl-Rosmarin beträufeln.

Nun wandert alles nochmal für ca. 15 Minuten in den Ofen, bis der Bacon schön kross geworden ist.

Jamie träufelt dann am Ende noch frischen Zitronensaft darüber, geht aber auch ohne :-)

Als Beilage wird ein frischer Salat empfohlen - ich hab dazu ehrlich gesagt gar nix gebraucht.

Das Originalrezept kann man übrigens auch HIER nachlesen.


Mein Fazit:

ALSO.... die Tomatensauce, die meiner Meinung nach ja eher ein Tomaten-Kichererbsengemüse ist, war der absolute Knaller! Der Essigbalsam gibt diesem Gemüse den perfekten Touch - Saulecker! Da hätte ich den Hackbraten, den ich jetzt nicht sonderlich speziell fand gar nicht gebraucht. :-) Wäre es nur der reine Hackbraten gewesen, wäre ich sehr enttäuscht, aber das Gemüse hat's rausgerissen! Ich werde mir aber trotzdem kein Jamie Kochbuch kaufen! :-)


Auftakt ins neue Jahr - Welcome to Hungary!

Ich weiß... der Januar ist schon wieder fast rum... aber irgendwie habe ich es im neuen Jahr noch nicht auf die Reihe gekriegt einen Beitrag zu verbloggen. Bevor ich jetzt mit neuem Elan starte, möchte ich Euch allen noch ein gesundes neues Jahr 2012 wünschen und ich hoffe das wir auch in diesem Jahr wieder viele kulinarische Highlights erleben werden.


Wie Ihr ja bereits wisst, habe ich den Jahreswechsel und noch ein paar Tage mehr, dieses Jahr in Budapest verbracht. Und es waren wieder unvergessliche Tage gewesen! Dieses Mal haben wir gar nicht soviel unternommen, aber da ich mich mittlerweile schon nicht mehr als typische Budapest-Touristin bezeichne, sind mir die typischen Sehenswürdigkeiten mittlerweile schon bekannt. Also wurde viel gegessen, gekocht und relaxt. Trotz alledem durfte natürlich ein Abstecher in mein geliebtes Burgviertel nicht fehlen. Man hat von dort oben einfach den schönsten Blick auf Budapest und dieses Erlebnis muss ich mir immer wieder geben! :-)


Um den Jahreswechsel herum war das Viertel auch nicht von Touristen überlaufen und man konnte die Aussicht ungestört geniessen. Und mit einem frisch gebackenem, heißen Kürtöskalacs in der Hand war dann alles perfekt! Diese süße ungarische Spezialität wird fälschlicherweise immer wieder mit dem hierzulande bekannten Baumkuchen verwechselt, dabei hat das eine überhaupt nix mit dem anderen zu tun!


Dieses Gebäck, welches auch Baumstriezel genannt wird, stammt ursprünglich aus Siebenbürgen. Bei der Zubereitung wird der süße Hefeteig um eine hölzerne Walze gewickelt, welche dann drehend über glühender Holzkohle gebacken wird. Vor dem Verzehr wird die warme Teigrolle dann in Zucker, Kakao, Walnüssen usw. gewälzt. Total lecker! Auch wenn man zuhause keine Baumstriezelmaschine hat, kann man die Striezel daheim selbst basteln. Bei Miris Kitchen könnt Ihr Euch anschauen wie es gemacht wird. :-)

Und dann war es soweit, ich wollte zum ersten mal so richtig ungarisch kochen! Nachdem ich eine halbe Ewigkeit in meinen ungarischen Kochbüchern gestöbert habe, entschied ich mich für ein klassisches Rinderpörkölt, welches dem deutschen Gulasch ziemlich nahe kommt. Die genauen Unterschiede zwischen Pörkölt und dem ungarischen Gulasch folgen am Ende dieses Beitrages.

Nachdem ich mir meinen Einkaufzettel geschrieben habe (auf deutsch und ungarisch) ging es ab in die Markthalle, um die entsprechenden Zutaten zu erwerben. Ich hatte ja schon ein bisschen Bammel *grins* aber es hat alles ganz gut geklappt und und ich habe auch alles bekommen was ich wollte. Ganz wichtig war natürlich auch die Besorgung von Schweineschmalz, denn dadurch kommt erst das richtige Aroma zustande, wie Károly Gundel in seinem kleinen ungarischen Kochbuch erklärt.


Was braucht man sonst noch:

1kg Rindfleisch (Schulter oder Brust)
120g Schweineschmalz
250g Zwiebeln
20g ungarisches Paprikapulver
200g Paprikaschoten (hab ich durch extra Tomaten ersetzt, da ich ja keinen frischen Paprika esse - hat aber gar nix gemacht *g*
100g frische Tomaten
Salz und gemahlenen Kümmel

Zubereitung:

Zuerst wird das Fleisch in 2-3 cm große Würfel geschnitten. Zwiebeln in Halbringe schneiden, Tomaten bzw. Paprikaschoten würfeln.

Jetzt den Schweineschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin glasig andünsten. Die Hitze herunterdrehen und das Paprikapulver schnell einrühren. Hier sollte man darauf achten, dass der Schweineschmalz nicht zu heiss ist, da das Paprikapulver sonst zu bitter schmeckt. Nun das Fleisch dazugeben, salzen, kümmeln und kurz weiterdünsten. Etwas Wasser dazugeben und zugedeckt bei mäßiger Hitze schmoren lassen - ab und zu umrühren und bei Bedarf Wasser dazugiessen damit das Fleisch nicht kocht, sondern in wenig Saft (sozusagen im eigenen Fett) schmort. Sobald das Fleisch weich wird, Tomaten und Paprika dazugeben und fertig garen lassen.

In Ungarn reicht man als Beilage normalerweise Tarhonya (Nockerln, Eiergraupen) oder Kartoffeln. Bei uns gab es Reis und ein leckeres Möhren-Kohlrabigemüse.


Uns hat es beiden phantastisch geschmeckt und wir mussten uns zügeln, dass wir die Teller nicht abgeleckt haben *grins*

Dazu gabs einen ungarischen Merlot, der auch klasse war. Kein teurer Wein, sondern aus dem riesigen Weinsortiment vom tesco. 


Jetzt möchte ich Euch noch einige ungarische Kochbücher vorstellen, die meiner Meinung nach die besten sind, wenn man ungarische Rezepte zuhause authentisch nachkochen möchte.




Dieses Buch ist mein persönlicher Favorit! Wer die Culinaria-Reihe kennt kann  mich sicher verstehen. Man erfährt eigentlich alles über die Geschichte der ungarischen Küche und den Hintergrund zu den Rezepten. Meines Wissens kann man das Buch in Deutschland leider nicht mehr kaufen, was ich sehr schade finde. Bei Ebay und Co muss man dafür mittlerweile einen hohen Preis zahlen :-(

2. Kleines ungarisches Kochbuch

Hierbei handelt es sich um das meistverkaufteste Kochbuch der ungarischen Küche von Károly Gundel, welches mittlerweile in der 31. Auflage erschienen ist. In Deutschland leider auch nicht offiziell erhältlich :( Am besten ist, man lässt es sich aus Ungarn mitbringen. Alternativ kann man es HIER bestellen, wobei es hier viel mehr kostet. Alternativ kann man es vielleicht auch direkt über den Verlag beziehen, müsste man mal ausprobieren.

3. Budapest - Traditionelle Gerichte und gastronomische Kultur
in der gastfreundlichen Hauptstadt

Ebenfalls ein kleines, bezauberndes Büchlein aus dem auch das o.g. Rezept stammt. Das Büchlein entweder direkt vor Ort kaufen, kann aber auch direkt beim Verlag bestellt werden.

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Und zum Schluss möchte ich Euch noch die kleinen Unterschiede von Gulasch, Pörkölt und Co aufschreiben, da es hier doch ab und zu zu kleinen Diskussionen kommt *grins*


Ist in Ungarn ein Suppengericht mit viel Brühe, Zwiebeln, Paprika, Kartoffeln und gezupften Nockerln


Wird ebenfalls mit Paprika zubereitet, hier spielen jedoch die klein geschnittenen Zwiebeln die größte Rolle. Dieses Gericht kommt dem deutschen Gulasch am nächsten. 


Unterscheidet sich vom Pörkölt im Wesentlichen darin, dass nur weisses Fleisch und saure Sahne hinzugegeben werden. Außerdem werden nicht soviele Tomaten und Paprika verwendet.


Größter Unterschied zu Paprikasch und Pörkölt ist eigentlich nur der, dass das Fleisch hier nicht in Würfel, sondern in Streifen geschnitten wird. Beim Tokány wird auch nur sehr wenig, oder gar kein Paprikapulver verwendet. Hier greift man eher auf Pfeffer, Majoran zurück und verfeinert dann das Fleisch noch mit Räucherspeck, Wurst, Pilzen und grünen Erbsen.

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Soooo! Geschafft :-) Ich hoffe ich konnte Euch einen neuen kleinen Einblick in die ungarische Küche geben und so langsam könnt ich jetzt auch mal wieder was kochen, denn seit dem ich wieder in Deutschland bin, gabs noch ned wirklich was!